Cárdenas, Kuba

In nur sehr wenigen Kuba-Reiseführern erwähnt und entsprechend wenig touristisch erschlossen ist Cárdenas, eine Stadt in der Provinz Matanzas. Dabei ist Cárdenas gerade mal 25 Kilometer vom Urlaubsparadies Varadero entfernt und bietet interessante Einblicke in die Geschichte des kleinen Landes in der Karibik (abseits der Informationen, die auf Wikipedia zu finden sind.)

Allerdings kann man auf Kuba nicht einfach mal eben in den Bus steigen und dorthin fahren, denn das Transportsystem ist, sagen wir mal, eigenwillig und als Ausländer kaum zu durchschauen (Ich hörte, dass es extra angestellte Transportoffiziere gebe, die sich an zentralen Verkehrsknotenpunkten um Mitfahrgelegenheiten für die Leute kümmerten… aber ich weiß nicht, ob das tatsächlich so ist.)

Als Tourist kann man sich aber ein Taxi nehmen. Da Cárdenas wie gesagt kein ausgesprochener Urlaubsort ist, sollte man vorsichtshalber gleich ein Arrangement mit dem Fahrer für Hin- und Rückfahrt treffen, da man anderweitig kein Taxi bekommt. Möglicherweise möchte der Fahrer auch von vorn herein die Fahrt nicht „einfach“ machen.

In Cárdenas empfiehlt sich auf jeden Fall der Besuch des historischen Museums, das sich gleich am zentralen Stadtplatz befindet, jedoch ebenfalls in Reiseführern keine besondere Erwähnung findet. Es lohnt sich jedoch, denn hier kann man Einiges lernen. Wir hatten das Glück, in dem Museum auf einen Doktor der Geschichte zu treffen, der – Überraschung! – fließend Deutsch spricht.

Das tun übrigens viele ältere Kubaner, da sie möglicherweise irgendwann im damals sozialistischen Bruderstaat DDR geweilt haben. Unser Doktor aber hatte tatsächlich im Südtirol über den dortigen Nationalismus seine Dissertation geschrieben. Interessantes Thema!

Doch nicht nur, dass uns der Doktor eine Führung durch das Museum gab – er begleitete uns spontan auf eine kleine private Stadtrundfahrt durch Cárdenas. So erfuhren wir, dass diese Stadt in einigen Belangen äußerst fortschrittlich war:

  • Hier wurde zum Beispiel zum ersten Mal die heutige kubanische Flagge gehisst.

 

  • Auch war Cárdenas die erste Stadt, die mit Elektrizität versorgt wurde – und damit einhergehend mit elektrischen Straßenbahnen, Telefon und Telegrafie.

 

  • Es war außerdem bekannt für seinen wichtigen Hafen und Umschlagplatz und – wie könnte es anders sein – den Zuckerhandel und die Rumherstellung.

 

  • In der jüngeren Geschichte wurde Cárdenas häufig im Zusammenhang mit dem Fall von Elián González genannt, einem Jungen, der zwischen die politischen Fronten der USA und Kubas geraten war.

Ein Besuch ist also wirklich zum empfehlen. Neben den zahlreichen geschichtlichen Tatsachen kann man hier auch einen sehr guten Eindruck vom Alltagsleben in kubanischen Städten gewinnen.

 

 

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