Buten un binnen – ein paar Tage in Bremen

Der Titel meines Eröffnungsposts ist quasi Programm: Buten und Binnen bedeutet im Niederdeutschen ebenfalls etwa „Draußen und drinnen“. Allerdings gehört zu diesem alten Wahlspruch der Bremer Kaufleute noch der Zusatz „wagen un winnen“ dazu, was so viel heißt wie „wagen und gewinnen“. Alles klar, oder?

Im Juni dieses Jahres hatte ich meinen ersten richtigen Urlaub für dieses Jahr. Die Gelegenheit wurde auch gleich genutzt, um endlich einmal nach Bremen zu fahren. „Bremen? Was will man denn da?“ wurden mein Freund und ich oft gefragt. Zugegeben, ein Standard-Reiseziel ist Bremen nicht. Eher ein „hidden champion“ vielleicht, denn zu Entdecken gibt es wirklich allerlei.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Björn, einen gebürtigen Bremer und Festivalbekanntschaft meines Freundes, der uns eine tolle private Walking Tour rund um die Bremer Innenstadt gegeben hat!

Auf dieser boten sich auch einige tolle Fotomotive. Bremen ist für Architektur-Fans ein gefundenes Fressen. Hier ein paar Eindrücke:

Der Weg führte uns zunächst in den Schnoor – das älteste Viertel Bremens aus dem 15. und 16. Jahrhundert, in dem die Häuser wie auf einer Schnur aufgereiht sind. In den romantischen engen Gassen lassen sich verschiedenste Schätze finden. Neben Bremen-Souvenirs aller Art gibt es hier zum Beispiel einen Laden, in dem ganzjährig Weihnachtsaccessoires verkauft werden. Wer’s mag…

Hochzeitshaus

Das Hochzeitshaus – heute ein Hotel, wenn auch ein kleines.

Außerdem steht hier das Hochzeitshaus – das wohl kleinste Haus überhaupt in Bremen. Es war auch nicht dazu gedacht, sich hier länger aufzuhalten, diente es doch vornehmlich als Alibi-Immobilienbesitz, den man damals nachweisen musste, um sich im Dom verheiraten zu dürfen. Zu diesem Zweck bezogen die Brautleute das Hochzeitshaus für eine kurze Zeitspanne. Nicht dumm!

Ebenfalls ein berühmt-berüchtigtes Viertel ist „das Viertel“. Genau genommen sind es eigentlich zwei Viertel, nämlich Ostertor und Steintor, die damit gemeint sind. Einst Wohnsitz begüterter Familien bietet das Viertel neben hübschen Bürgerhäusern v.a. entlang seiner Hauptmagistralen eine Mischung aus alternativen Kneipen, Läden und allem möglichen anderen Bunten.

Meine Empfehlung: Einfach mal durchgehen und die Augen offen halten, und an der einen oder anderen Ecke auch mal einkehren.

 

Ganz anders geht es in der Überseestadt zu – einem wirklich piekfeinen Neubaugebiet. Hier entsteht ein Mix aus Gewerbe und Wohnen, und wer innovative Architektur sehen will, ist hier garantiert nicht falsch. Allerdings fehlt dem Ganzen noch ein bisschen der Charakter. Sehenswert jedoch allemal:

Einen großartigen Kontrast zu all den Gebäuden stellt dagegen die grüne Wallanlage dar. Einst Verteidigungsbefestigung der Stadt – heute weitläufiges Naherholungsgebiet. Wenn man aus einer dicht bebauten Stadt wie Nürnberg kommt, ist so viel Grün mitten in der Stadt wirklich beeindruckend.

In Bremen gibt es außerdem sehr viel Kunst auf und in den Straßen zu sehen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die Böttcherstraße, die im Prinzip vor Kunst nur so strotzt. Gesponsort von Kaufmann Ludwig Roselius, wurde hier ein ganzer Straßenzug ausgehend von den 20er Jahren expressionistisch gestaltet. Allerdings natürlich mit norddeutschem Touch in Backsteinoptik.

 

Das alles und noch viel mehr: entdeckt in nur drei Tagen! Das nenne ich eine gute Bilanz.

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Waterfront.

 

Bremen, wir kommen wieder! Bestimmt.

 

 

 

 

 

 

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7 Gedanken zu “Buten un binnen – ein paar Tage in Bremen

  1. Das Steintor ist zum Glück auch nicht mehr ganz das, was es einmal war. Obwohl des Nachts da immer noch etwas los ist 😉
    Auch einen Blick in den Bleikeller des Domes geworfen?

    Gefällt mir

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